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Foto: Mascha Wehrmeyer, Maxim Tzekov, Elena Küssner, Francisco Joui Karr; © Felix König

Rückblick auf die G. Henle Kammermusik-Akademie 2026

Die diesjährige G. Henle Kammermusik-Akademie mit Alumna und Starpianistin Olga Scheps war ein voller Erfolg. Neu war ein Anschlusskonzert in Venedig, gefördert durch den Kammermusik Campus Heidelberg. Maxim Tzekov und Francisco Joui Karr, zwei der teilnehmenden Stipendiaten, erinnern sich an die inspirierende Zeit.

Los ging es mit intensiven Proben auf dem Kultur Gut Hasselburg – Maxim Tzekov (Violine), Mascha Wehrmeyer (Violine), Elena Küssner (Viola) und Francisco Joui Karr (Violoncello) studierten zusammen mit der Pianistin und DSM-Alumna Olga Scheps Mieczysław Weinbergs Klavierquintett f-Moll, op. 18 sowie Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartett F-Dur, KV 590 ein.

Beim Abschlusskonzert am Samstag, 12. September 2026 war das Publikum im vollen Barocksaal des Herrenhauses des Kultur Gut Hasselburg aufmerksam gespannt und begeistert von der beeindruckenden Leistung der jungen Musikerinnen und Musiker.
Eine Besucherin sagte sogar, dieser Konzertabend sei einer jener gewesen, an die man sich sein Leben lang erinnere.

Wenige Stunden später bestieg das Ensemble schon das Flugzeug nach Venedig, wo sie noch ein Anschlusskonzert am Montag, 14. September 2026 im Oratorio di Santa Maria dell’Addolorata gaben. Dafür danken wir dem Kammermusik Campus Heidelberg sehr herzlich für die Unterstützung.

Francisco Joui Karr (Violoncello) nahm an der G. Henle Kammermusik-Akademie teil und berichtet von seinen Eindrücken:
Am 09.09. begann die G. Henle Kammermusik-Akademie auf Gut Hasselburg, einem wunderschönen renovierten Gutshof aus dem 18. Jahrhundert in der Nähe von Lübeck, wo regelmäßig Konzerte im Rahmen der Stahlberg Stiftung stattfinden. An diesem abgeschotteten Ort der Natur und Ruhe haben wir das Streichquartett von W. A. Mozart in F-Dur (Prussia-Quartet) KV 590 erarbeitet und gemeinsam mit der wunderbaren Alumna der DSM, der Pianistin Olga Scheps, am Klavierquintett in f-Moll von M. Weinberg gearbeitet. Das Klavierquintett wird leider nicht so oft gespielt, obwohl es doch ein unglaubliches Werk ist, äußerst anspruchsvoll, sowohl musikalisch als auch technisch. Daher war es uns eine große Ehre, es zu spielen. Die Zeit auf dem Kultur Gut Hasselburg war recht kurz aber dafür wunderschöne Zeit. Die Vorbereitung war herausfordernd, das Abschlusskonzert war schlussendlich eine riesen Freude und sorgte für großen Beifall im Publikum. Wir spielten im Barocksaal des Herrenhauses, welcher mit seiner zweigeschossigen Eingangshalle und illusionistischen Deckenmalereien als bedeutendes Zeugnis der spätbarocken Raumkunst in Schleswig-Holstein gilt. Man kann sich nun vorstellen, wie die Atmosphäre unter diesen Umständen an dem Abend war … Nach einem hochemotionalen Konzert ging unsere Reise weiter nach Venedig, wo wir die enorme Ehre hatten, die allerersten Musiker zu sein, die ein öffentliches Konzert im frisch renovierten Saal des Oratorio de Santa Maria del’Addolorata gaben – ebenfalls ein wunderschöner Saal, der mit hochwertiger Technik ausgestattet ist. Obwohl uns vorher gesagt wurde, dass das Publikum nicht das erfahrenste ist, was klassische Musik angeht, hatten wir Musiker doch das Gefühl, die Leute mit der Musik bewegt zu haben. Es war herrlich zu sehen, dass die Menschen nach dem Konzert alle so heiter und selig waren! Ich hatte außerdem Glück, da ich noch zwei weitere Tage in Venedig bleiben konnte, um die atemberaubende Stadt noch genauer zu begutachten und in der 61. Edition der Kunstausstellung Biennale „in minor keys“ Inspiration zu erhalten. Ich bin der deutschen Stiftung Musikleben sowie dem G. Henle Verlag unglaublich dankbar, dass sie mir diese wunderschöne Zeit und die wertvolle Erfahrung möglich gemacht haben.

Klavierquintett im Barocksaal des Herrenhauses auf dem Kultur Gut Hasselburg; © Felix König

Auch der Geiger Maxim Tzekov erinnert sich an die Erfahrung der Tage:
Die vergangene Woche führte meine Kolleg:innen & Co-Stipendiat:innen und mich an zwei Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: das Kultur Gut Hasselburg (Schleswig-Holstein) und das Oratorio Santa Maria D'Addolorata in Venedig. Was sie verbindet, ist der Raum, den sie der Kunst & Musik geben und die Bedeutung, die sie dem Schönen & Gehaltvollen beimessen. Die meiste Zeit verbrachten wir mit Musik  anspruchsvoller, fordernder, wunderbarer Musik. In drei intensiven Probentagen arbeiteten wir an Mozarts F-Dur Streichquartett KV 590 & Weinbergs Klavierquintett, gemeinsam mit unserer Mentorin und fabelhaften Pianistin Olga Scheps. Olga verstand uns nicht als Mentees, viel mehr als Kammermusik-Partner:innen, dies machte sie uns von Anfang an klar. Eine Begegnung auf Augenhöhe, die eine natürliche, unmittelbare Probenarbeit & schlussendlich eine gemeinsame Interpretation ermöglichte. Ihr Input kam sehr präzise und beinhaltete nicht nur musikalische Impulse, sondern auch Gedanken über das Musikerleben selbst. Für diese Einsichten bin ich ihr sehr dankbar. Beide Konzerte, sowohl auf Gut Hasselburg, als auch in Venedig waren besondere Erlebnisse. Auf jeden Fall werde ich den herzlichen Kontakt zum Publikum sowie zu beiden Gastgebern in Erinnerung behalten. Die Momente des Austausches nach dem Konzert, Gespräche über das Erlebte und Gehörte, das zählt für mich auf der menschlichen Ebene zum Wertvollsten. Herzlichen Dank an meine Mitmusiker:innen, den G.Henle Verlag, die Deutsche Stiftung Musikleben, den Kammermusik-Campus Heidelberg, der Stahlberg Stiftung & der Peter Klöckner-Stiftung für die Möglichkeit, diese kostbaren Erfahrungen zu sammeln!

Die G. Henle Kammermusik-Akademie wurde erneut ermöglicht durch den G. Henle Verlag und die Peter Klöckner-Stiftung, mit freundlicher Unterstützung der Stahlberg Stiftung. Es war wieder eine wunderbare Zusammenarbeit, für die wir uns sehr herzlich bedanken möchten.

Schon bald können Sie das Abschlusskonzert auf unserem YouTube-Kanal nachhören und -sehen – lassen Sie sich ebenfalls begeistern!

Fotos: Felix König

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